Mein aktuelles Abenteuer bis geplant März '21:

"Mein Winter in Lappland"

Schnee, Eis, Huskys, bis -30 °C, Polarlichter und Wochen ohne Sonne!

Leben und Arbeiten auf der Husky-Farm www.jvt.se in Jukkasjärvi,

200 km nördlich vom Polarkreis.

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Tarp-Übernachtung bei -16°C

Den Winter 2020/21 verbringe ich in Schwedisch Lappland.
Dieser Artikel erzählt von meiner bisher kältesten Übernachtung unter einem Tarp bei bis zu minus 16 °C. Wie ich diese erlebte und mit Ausrüstungsliste.


Inhalt:

  • Die Geschichte
  • Meine Ausrüstungsliste (Setup für das schlafen)

 

Letzte Nacht, es war vom 20. auf den 21. November 2020, war die kälteste Nacht, in welcher ich in meinem bisherigen Leben unter dem Tarp geschlafen habe.

 

Die Wettervorhersage hatte minus 8 °C bis max. -10 °C vorhergesagt. Aber es wurde deutlich kälter. Allerdings war dies auch die Vorhersage für Kiruna, nicht für einen See mitten im Wald.

 

So wurden es dann nach meinem extra mit genommenem digitalen Thermometer minus 15,8 °C. Uhii… Ganz schön knackig kalt.

 

Die Temperatur ging runter, hoch, runter und hoch

 

Gegen 16 Uhr Nachtmittags, da ist es hier oben in Jukasjärvi bei Kiruna, schon stockdunkel, fiel die Temperatur zwischenzeitlich auf -10,5 °C ab um dann wieder auf etwa -6 °C zu steigen.

 Ab etwa unter -9 °C fing das Eis auf dem See an bizarr zu singen und hallend zu krachen.

 

Als ich gegen 23 Uhr in den Schlafsack ging, hatte es etwa -6 °C. Dementsprechend „dünn“ war ich in meinem Winter-Schlafsack angezogen.

 

Mir wurde es dann so warm da drin, das ich noch meine Füßlinge auszog und den Wärmekragen offen lies, das etwas Wärme zur Kopföffnung raus kann.

 

Doch das sollte sich ändern!

 

Irgendwann wachte ich auf und fror etwas. Ich machte den Wärmekragen und alles wieder dicht – und fror weiter. Eine richtige Wärme bekam ich nicht mehr aufgebaut. Das Thermometer lag am Fußende und damit außer Sicht. Doch ich war zu faul und hatte keine Lust aus dem Schlafsack raus zu gehen. Irgendwie ging es ja noch. Mir war recht kühl, aber ich habe eben nicht wirklich gefroren. "So ein Mist" dachte ich und ging Optionen durch es wärmer zu bekommen.

Zum wieder einschlafen war es dann doch zu kühl.

Doch irgendwann musste ich für "kleine Jungs". Auch das zögerte ich  raus, solange es ging.

 

Für das „kleine Geschäft“ habe ich ja eine Pieselflasche (oder wie heißt das Ding ?) dabei, so dass ich nicht ganz aus dem Schlafsack rausmuss. Ein wenig seitlich des Reißverschlusses öffnen reicht vollkommen aus.

 

Doch in diesem Falle nutze ich die Kombination der Dringlichkeiten und ging ganz raus in die Kälte.

Ich machte ein paar Aufwärmübungen, um den Kreislauf in Gang zu bekommen. Außerdem zog ich meine dicke Fleecejacke, Handschuhe und die Daunen-Füßlinge zusätzlich an.

 

Das feine Eis rieselte vom Tarp herunter, wenn ich dieses berührte und auch der Schlafsack und alles andere war weis gefrorenlitzerten im roten Licht der Stirnlampe. Diese habe ich mit im Schlafsack, ebenso wie das Handy um die Akkus warmzuhalten.

Wieder im Schlafsack, machte ich alles dicht. Den doppelten seitlichen Reißverschluss schloss ich bis oben und schloss auch den inneren Wärmekragen mit den Klettstücken.

Zog alles zu bis auf das Atemloch.

Milliarden Sterne funkelten am Himmel in dieser heftig kalten Nacht. Ich schaute noch ein paar Sekunden durch die kleine Öffnung im Schlafsack nach oben. Das ist ja das Schöne am unterm Tarp schlafen. Ich bekomme drumherum alles mit. Darum mag ich dies auch so.

 

Das Zelt schützt vor Wind und Schnee, es ist nicht kalt, wenn ich von der Isomatte rutsche und es bietet auch einen kleinen zusätzlichen Temperatur-Vorteil.

 

Den Rest der Nacht bei bis zu minus 16 °C schlief ich wunderbar und warm. Wollte morgens (so gegen 10 Uhr) gar nicht raus aus.
Diese Nacht war nicht nur die bisher kälteste, welche ich unter einen Tarp schlief;

Nein, ich erlebe auch ein paar unglaubliche Natur-Phänomene.

Stundenlanges Polarlicht, welches sich in zeitweise atemraubender Geschwindigkeit bewegte.
Und singendes Eis. Ich vermute, das der Wind die etwa 15 cm dicke Eisfläche in Schwingung versetzt und das Eis anfing in hohen Tönen zu singen. Unterbrochen vom krachen neu entstandener Risse.

Eine unvergessliche Nacht!

 

 

Ausrüstung in der dieser Nacht:

(Setup für das schlafen)

 

  • Unterlage und Tarp (L-Förmig aufgebaut: MilTec Tarnfleck Tarp
  • Isomatte: Klymate Static V Luxe SL
  • Schlafsack: Carinthia „Lite ES li“ (etwa um 1995 gekauft), ein extremer Winterschlafsack
  • Lange Unterhose: Engelbert-Strauss long-john x-warm
  • 1- Lage T-Shirt: Lidl Funktions-T-Shirts
  • 2-Lage: Fleece Decathlon 100er
  • 3-Lage: Fleece Naketanu 300er
  • Balaclava: noname 300er Fleece
  • Handschuhe: noname Fleece 300er
  • Buff: noname Synthetik 100er
  • Socken: Aclima Winter
  • Füßlinge: Daune & Cordura, Marke unbekannt.