2. Etappe 7 CONTINENTS von Dresden nach Prag


9. und 10. Tag  -  Prag

 

 

 

 

Inhalt:

  • An der Moldau entlang
  • Unser Tag in Prag

Jetzt ist bereits ein Tag nach unserem Pausentag in Prag und es ist schon früher Abend. Und ich komme erst jetzt dazu die nun vergangenen drei Tage in diesem Blog nieder zu beschreiben.

Vor zwei Tagen war es nicht mehr weit bis in die tschechische Hauptstadt.

Entlang der Moldau führte der Laufweg von Norman. Er verlief über weite Strecken auf dem Fernradweg E7, der vom Nordkap bis Malta geht.

Lockt mich das? Ich muss sagen ´JA´. Mal sehen.

Die nährstoffreiche Moldau, von der Wasserqualität etwa so wie der Rhein bei uns vor 40 Jahren, fließt mich gemächlicher Geschwindigkeit in Richtung Elbe, mit welcher sie sich dann vereinigt.

Nur wenige Schiffe sehe ich auf diesem Abschnitt. Meist Schubverbände älteren Baujahres, welche eine dicke Ruß Wolke hinter sich herziehen.

An einem schönen Ort am Ufer lerne ich einen netten Amerikaner kennen, der hier in einem kleinen Haus mit seiner tschechischen Frau direkt am Ufer wohnt. Wir unterhalten uns einige Zeit. Meine mehrere Stunden Wartezeit nutze ich mit fotografieren und schreiben.

Bei herrlich sonnigem Wetter macht das auch viel Spaß.

Zu einem weiteren kurzen Treffen verabreden wir uns an einer kleinen Personenfähre kurz vor Prag. Wir sprechen uns ab, wie wir weiter vorgehen. Während ich direkt zu unserem gebuchten Campingplatz fahre und dort einchecke, läuft Norman in die Innenstadt. Der Plan ist, dass ich dann mit der Tram nachkomme.

Das Ticketsystem ist wirklich einfach. Es gibt eine 30- und eine 60 Minuten Karte die für alle ÖPNV Systeme gilt und nur etwa einen Euro kostet. Nur diese zu bekommen ist nicht so leicht. Mit dem einzigen Automaten weit und breit komme ich nicht zurecht, weil das Display nicht geht. Einen Ticketshop gibt es hier nicht und eine APP gibt es auch nicht.

Also fahre ich erst mal schwarz. 32 € würde dies kosten. Leider in die falsche Richtung, da ich die Haltestellen nicht lesen kann. Also lesen kann ich schon, nur verstehen tue ich diese nicht.

Also laufe ich die paar Kilometer von der Endhaltestelle dann zum Campingplatz zurück und rufe Norman an, das ich nicht mehr in die Stadt komme. Er kommt dann ebenfalls mit der Tram zum Campingplatz. Immerhin weiß ich jetzt die Linie und die Haltestelle wo er raus muss, und teile ihm dies mit. Das Ticketproblem hat er ebenfalls und löst dies auch elegant.

Unser Campingplatz ist klein, hat Charme und es geht die Post ab. Heute ist Tag der Jugend in Tschechien.

Es spielt ein toller Solo-Gitarrist, es ist Stimmung. Gut das hier keine Tram bekommen habe.

Die erste Hälfte unseres Pausentages verbringen wir auf dem ’Central Camping’. Waschen ist angesagt. Wir uns und unsere Kleidung gleich dazu. Allerdings separat. Ein paar kleine Reparaturen sind zu erledigen. Das ist recht schnell erledigt.

Leider stelle ich fest, dass ich den 5l Benzinkanister für unsere beiden Benzinkocher in der Pfalz habe stehen lassen. Irgendetwas vergesse ich immer. Das ist normal.

Der Campingplatz ist wirklich toll. Es macht uns Spaß und wir haben beide nicht damit gerechnet, einen so ruhigen Platz mitten in der Stadt zu finden.

Gegen Mittag gehen bzw. fahren wir in die Innenstadt. Mit der Tram. Der kleine gelbe Fahrkartenautomat geht nun und wir bekommen problemlos unsere beiden 30 Minuten Tickets für 24 Kronen – etwa 1 €.

In der Stadt ist es voll. Sehr, sehr voll. Jetzt brauche ich erst mal meine Zeit, um diese Menschenmassen zu verkraften.

Wir laufen einige Zeit hin und suchen uns erst einmal ein Kaffee um anzukommen. Es wird nicht das letzte für heute bleiben.

Die Sonne knallt vom Himmel und an fotografieren ist nicht zu denken. Das Licht ist zu hart.

Wir bestaunen die Menschenmassen und das ein oder andere Highlight dieser wirklich schönen Stadt. In einem Park in welchem ein Kinder- und Jugendfest stattfindet, lassen wir uns für eine weitere Pause nieder.

Der Tag vergeht, das eine oder andere Stückchen Kuchen mit Café ergibt sich von alleine. Und gegen Abend kann ich noch ein paar schöne Fotos machen. Wir haben gute Gespräche und auch angenehme Zeiten des schweigens und genießens.

Und wir haben Königswetter für einen Stadtbesuch.

Mein Resümee von Prag:

Praha ist eine wirklich sehenswerte Stadt. Ein Tag ist sicher nicht genug um diese historische und sehr saubere Metropole zu entdecken und zu erleben. Übrigens: Ganz Tschechien ist sehr sauber. Das ist nicht nur mein Eindruck.

Das Metro-, Tram- und Bussystem ist relativ einfach – bis auf die Tickets. Die sind recht schwer zu bekommen. Eine ÖPNV-Ticket-App wäre für eine Weltstadt eine tolle Sache.

Dafür ist es zwar im Vergleich zum ländlichen Tschechien teuer, im Vergleich zu uns aber doch günstiger. Das gilt nicht nur für die Tram, sondern auch für Essen und Trinken.

Ende Tag 9. und 10.

 


7. und 8. Tag von Dresden über Libouchec an den Fluß Eger bei Hostenice

 

Inhalt :

  • Unsere neuen SIM Karten fehlen
  • Erste Eindrücke aus Tschechien
  • Die ersten  Zipperlein (folgt noch)
  • Kurz-Resümee

Die Zeit rennt, nicht nur Norman. Wir haben das Thema gestern Abend beim tschechischen Bierchen gehabt.

In Dresden hatten wir noch über Bekannte von Bekannten eine Adresse, zu der wir unsere ganze Post schicken ließen. Ich habe die vorherige Nacht bestimmt zwei Stunden wach gelegen und mir Gedanken gemacht, wie wir in den bereits vollen Camper die angekündigten Pakete verstauen können.

Es sollten noch kommen: Flyer in Englisch, Deutsch und Tschechisch, Kleidung und gesponsertes Kraftfutter in Form von Müsli, Power Riegel, Cookies und Riegeln. Außerdem 2 Stück unsere 35 GB SIM Karten mit EU Roaming. Die Basis für unsere Internetverbindung unterwegs.

Wir konnten am Donnerstagmorgen jedoch nur abholen:

  • zwei riesige Kartons voll Kraftfutter
  • 2 Kartons Flyer von jeweils 30 kg

Alles andere fehlte. Aber es war viel! Viel Gewicht und noch mehr Volumen. Wo hin mit dem Zeug. Mein Plan, den ich mir ausgedacht hatte reicht dafür nicht aus.
Alle unsere am Boden liegenden Staufächer mit unserer Kleidung wurden leer geräumt und mit Flyern voll gestopft.
Die Klamotten irgendwo in Ecken und Rucksäcke verstaut.

Und nun noch das Essen. Ich hatte ohnehin noch die Vorräte aufgestockt und die Kisten waren bereits voll. In jede noch so erdenkliche Ecke wird jetzt Müsli gestopft. Es sind über 100 Packungen, die wir insgesamt unterbringen müssen. Allerdings müssen wir sagen, das Zeug schmeckt wirklich gut. :-)

Nachteile:
Der Camper ist zu schwer geworden. Mit so viel Flyern hatte ich nicht gerechnet. Und die 102 PS kommen nun an den starken Steigungen der tschechischen Nebenstrecken kaum noch über 40 km/h.
Und:
Bevor wir uns hinten reinsetzten können müssen wir erst einmal einiges Material vor die Tür stellen, sonst können wir nicht mehr drin sitzen. Ich hoffe, das wir da Wege finden das etwas zu reduzieren. Denn in ein paar Wochen kommt ja noch Theo mit dazu, ein Fotograf. Der hat auch noch Gepäck und dann sind wir zu Dritt.
Geplant ist, das dann eh immer mindestens einer draußen schläft.
Ich werde unsere Wasservorräte reduzieren. Das bringt gut 20 kg und unsere Getränkevorräte ebenfalls.

Vorteile:
Wir haben genug zu essen.

 

Die SIM Karten sind unser größtes Problem. Norman sein Datenvolumen auf dem Handy ist bereits aufgebraucht. Meines war es und ich habe mein Volumen für teures Geld (5€ je GB) nochmals aufgestockt. Auf Dauer ist das aber zu teuer.
Ich hatte zwei spanische Simyo LTE-Datenkarten (80 Cent je GB) bestellt, die eben an die Adresse nach Dresden geliefert werden sollten. Die Dinger sind bereits 5 Tage unterwegs (aus Deutschland) und nicht angekommen.
Heute früh bin ich nochmals nach Dresden gefahren zwei weitere – kleinere – Pakete abholen. Aber keine SIM Karten.
Norman hat noch auf seinem mobilen Hotspot einige GB, die wir im Auto nutzen können, aber unterwegs ist das für hin schwer, da er im Grunde kein Gepäck hat.
Wir werden sehen was wir aus diesen uns in den Weg gelegten Steinen lernen dürfen.

 

Edit 21:00 Uhr:
Wir haben recherchiert, das die Prepayed Anbieter in Tschechien – es sind im Wesentlichen die gleichen wie bei uns – fast die gleichen Preise wie bei uns in Deutschland haben. Es lohnt daher aktuell nicht, hier andere Karten zu besorgen. Wir werden daher mit meinen beiden Vodafone Prepayed Karten arbeiten und den sauren Apfel mit 5 € je GB schlucken müssen.

Mit ein paar Worten beschreibe ich die ersten 70 km der Tschechei als:

Modern, sehr gute Hauptstraßen, gute Nebenstraßen, viel Wald, grün, ländlich, Flüsse, Seen, viele Angler, viele Menschen sehe ich bei der Arbeit, sehr sauber (kaum Müll), Kinder, Jugendliche, Menschen auf den Straßen und Wegen, die Menschen ’fallen mir nicht um den Hals', sind aber freundlich.

Das LTE Netz ist lückenhaft. Es funktioniert in den Ortschaften sehr gut. Im ländlichen Bereich gibt es hier im Norden größere Lücken.

Schön ist das auch hier fast alle Feld und Waldwege befahren werden dürfen. Sie Stellplatzsuche ist somit bisher kein Problem. Einfach irgendeinen Weg reinfahren, der Richtung See oder Fluss führt und schauen, was sich so anbietet. Und es bietet sich sehr viel an. Die Stellplatzsuche gestaltet sich bis dato sehr leicht und die Plätze sind wirklich schön in der Natur.

Auf den kurvigen und schmalen Landstraßen finden sich viel Fotomotive. Nur eben einfach so anhalten ist schwer. Es kommt doch regelmäßig ein PKW und die Tschechen fahren flott.

In den Städten ist die Verkehrsführung doch etwas anders als bei uns und teilweise ungewohnt. Welche Spur ich gerade fahren darf, ist manchmal nicht so leicht zu erkennen. So fahre ich mal kreuz und quer und das auch noch sehr langsam. Aber bisher waren alle sehr geduldig. Vielleicht der Touristenbonus.

Mein Bulli ist 2,75 m hoch. Und da komme ich nicht überall durch. Auch nicht in den Städten. Ein offenes Auge muss da schon sein. Sonst habe ich bald ein Cabrio.

Was gibt es sonst noch? Ach ja! Tiefflüge. Die tschechische Luftwaffe übt tief und laut. Das hab ich letztmalig in meiner Kindheit bei uns in der Pfalz erlebt.

Den Feuerwehrwagen auf den Bildern unten würde ich nicht als typisch tschechisch sehen. Er stand in einer kleinen Ortschaft und wird offenbar gepflegt. Ich erlebe Tschechien auch in Bezug Infrastruktur und z. B. Polizei und Rettungswesen - das was ich gesehen habe - als sehr modern . Nicht das der Feuerwehr LKW einen falschen Eindruck erweckt.

Es gibt hier wesentlich weniger Verkehrsschilder und Straßenmarkierungen. Das macht es manchmal nicht ganz leicht zu erkennen, wo eine Einmündung ist, eine Seitenstraße beginnt oder ob ich gerade auf einer Vorfahrtstraßen bin.

 Bei Norman zeigt sich ein erste Zipperlein. Bei der Laufleistung denke ich ist das ganz normal.

 

Trotz täglicher Pflege - salben, cremen, ölen - und langen Schlaf und Ruhephasen, bleibt es sicher nicht völlig aus das ab und an etwas zwackt.

 

Aktuell ist es das Scheinbeinkantensyndrom am rechten Schienbein, welches hin und wieder plagt. Norman ist zäh und fokussiert und .... getapted. Das wird schon wieder !

 

 

 

Heutiges Zwischenresümee:

Tschechien bis zum heutigen Tag erlebe ich mit sehr viel Parallelen und Ähnlichkeiten zu uns Deutschen. Das Preisniveau ist sehr ähnlich. Infrastruktur ist ebenfalls mit der unseren vergleichbar, ebenso das Verhalten auf der Straße. Im Grund fahren alle etwas zu schnell und die Einheimischen sehr flott und bisweilen risikoreich. Der Verkehr ist dicht. Die Straßen und die Städte voll mit buntem Blech auf vier Rädern. Die Autos modern.

Zu Menschen habe ich bisher kaum Kontakt gehabt, aber Sie erscheinen mit freundlich zurückhaltend.

Bei uns läuft es bisher sehr gut. Wir pflegen den täglichen Austausch, auch über die Dinge die vielleicht gerade nicht so passen. Bewertungsfrei und ehrlich. So kann sich kein Frust anstauen.

Aktuell sind wir ja noch zu zweit. Daher bin ich immer dicht dran und wir sehen uns dann doch meist alle drei bis vier Stunden irgendwo.

Dieser Rhythmus ist für mich insofern anstrengend, da ich keine weiteren 'Ausflussziele' anfahren kann oder mal ein Thema am Laptop oder z. B. eine Radtour o. ä. machen kann.

Bald kommen Oli und Marc hinzu und werden dann voraussichtlich den Mittagessen-Part übernehmen. Dann werde ich tagsüber mehr Zeit haben.

Sehr schön ist es auch Zeit für die abendliche Ruhe haben, Gymnastik oder Meditation.

Ich freue mich auf die kommenden Erlebnisse!

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Kommentare: 1
  • #1

    Brigitte Horter (Freitag, 17 Mai 2019 21:58)

    Ich verfolge deine neue Tour wieder seht interessiert und lese deine Berichte sehr gerne (nur die vielen Rechtschreib- und Tippfehler stören mich als Lehrerin sehr)