5. Etappe 7 Continents von Bratislava nach Budapest

Tag 23. - Unser Pausentag in Budapest

 

Inhalt:

  • Botschaftbesuch und Schulvortrag ohne mich
  • Budapest

 

Gestern Abend gegen 22.15 Uhr kam Theo noch hinzu. Für zwei Nächte sind wir nun zu viert. Norman und Oli holten ihn vom Flughafen ab. Theo ist 21 Jahre als, Fotograf und Student in Stuttgart.

Geplant ist der er Norman in den nächsten 14 Tagen auf dem Fahrrad begleitet. Zwei Räder habe ich dabei. Einer von uns wird dann immer draußen im Zelt oder eben ganz ohne schlafen.

Ich hatte schon geschlafen, stand aber noch kurz zur Begrüßung auf.

Für den heutigen Tag ist der Besuch der deutschen Botschaft und ein Vortrag an der deutschen Schule Budapest geplant. Nachmittags wollen wir in die Stadt.

Schon in der Nacht hatte ich mich entschieden heute alleine im Camp zu bleiben und liegen gebliebene Dinge aufzuarbeiten. Mit drei Fotografen beim Botschafter aufzuwarten halte ich für übertrieben. Das Gleiche gilt auch für den Vortrag in der Schule.

Außerdem, und vielleicht viel wichtiger - brauche ich auch immer Zeit für mich Alleine. Zeit um die Eindrücke zu verarbeiten und mit mir zu sein. Die ganzen Tätigkeiten sind dann Mittel um während des Tuns zu denken.

Also reparierte ich endlich die Zentralverriegelung der seitlichen Schiebetür und suche den Fehler in der Elektrik des Fahrradträgers. Ich kann vorwegnehmen, das ich letzteres nicht gefunden habe.

Der Neue: Theo - 21 Jahre - Student der Audiovisuellen Medien und Fotograf aus Stuttgart

 

Budapest - eine Stadt die mich beeindruckt hat!

Nachdem Norman, Oli und Theo vom Besuch des Botschafters und der Schule zurück waren, machten wir erst einmal eine Mittagspause.

Erst am Nachmittag brachen wir auf. Von der Betreiberin des Campingplatzes bekamen wir Einfachfahrtkarten, um in die Stadt zu kommen. Buslinie 291 brachte uns in etwa 25 Minuten Fahrzeit direkt an die Donau. Dank googlemaps wussten wir immer, wo wir waren und konnten passend aussteigen.
1 € hat die Fahrt gekostet. Dies gilt für eine beliebige Entfernung und Verkehrsmittel, aber ohne umsteigen.

Nahe der Kettenbrücke stiegen wir aus.

Die Flächen sind groß. Die Eingänge und Ausgänge der Stationen sind groß. Die Plätze sind großzügig gestaltet und es sind viele Menschen unterwegs.

Der Donauübergang über die Kettenbrücke ist einseitig für Fußgänger gesperrt.

Das schwere Bootsunglück vor wenigen Tagen mit vielen getöteten Touristen aus Südkorea ist gegenwärtig. Im Bereich der Brücke ist die gedrückte Atmosphäre für mich deutlich spürbar. Zahlreiche Trauerbekundungen von Menschen liegen auf der gesperrten Seite der Brücke. Zahlreiche Polizisten sind zu sehen, die für Sicherheit sorgen. Journalisten belagern teile der Promenade und viele, viele asiatische Touristen sind vor Ort. Die Brücke ist mit schwarzen Fahnen bestückt. Die Polizei ist hier sehr gegenwärtig. Viele der Toten wurden in der Hochwasser führenden, hellbraunen Donau noch nicht gefunden und können bereits viele Kilometer die Donau herab getrieben sein. Eine Leiche wurde aktuell bereits etwa 100 km flussabwärts geborgen.

Schweres Bergegerät steht bereit. Das kleine Ausflugsboot mit 35 Insassen war mit einem Kreuzfahrtschiff kollidiert und innerhalb von wenigen Sekunden gesunken. Nur sieben Personen konnten lebend gerettet werden. Die meisten werden vermisst.

Wir liefen über die Brücke in den Stadtteil "Pest". Auf dieser Seite ist die belebte Innenstadt. Es hat für mich nicht das Flair einer Altstadt. Von dem Unglück war bereits wenige hundert Meter von der Brücke entfernt nichts mehr zu spüren.

Wir sollten dringt ein Foto an die Tageszeitung BNN schicken. Daher setzen wir uns in ein Café und hatten vermutlich das teuerste in Budapest gefunden.

Stück Kuchen etwa 5 Euro, Tasse Kaffee ab 6 Euro, ein 0,33 l Bier 5,70 Euro, ein großes 9,50 Euro.

Also trinke ich einen Cocktail. Der ist mit 7,50 € für mich noch okay...mmmmhhh.

Ich freue mich, dass es einige Fotos von mir werden, die wir an die BNN senden.

Die Menschen wirken beschäftigt, aber nicht gestresst. Es wird zügig gelaufen und ein Krankenwagen, der die Einbahnstraße blockiert in der wir sitzen, wird auch als zeitliches Hindernis wahr genommen.

Wir saßen doch einige Zeit herum, im Café, später in einem ungarischen Restaurant und beobachteten die Menschen.


Mein Eindruck ist das hier auch viele Asiaten leben und nicht nur als Touristen hier sind.

Obwohl alle anderen von uns vier auf google Bewertungen setzen, um ein gutes Lokal auszumachen, verließ ich mich auf meine Intuition. Treffer. Wir hatten für doch angemessenes Geld ein tolles ungarisches Abendessen mit verschiedenen Spezialitäten. Ich esse ungarische Paprikaente, die anderen Geflügel oder Gulasch. Als Nachtisch gibt es bei Norman und mir ein Kastanienpüree mit Sahne und bei den anderen beiden einen vom Nachbartisch empfohlenen Holunderschnaps. Vorab ein Bier und dann eine Flasche trockenen Rotwein aus Südungarn der an einen Nordspanier erinnert.

Nachdem es dunkel wurde, liefen wir noch eine ausgiebige Runde an der Donau und auf der 'Pest' Seite wieder zurück um schöne Fotomotive zu sammeln.

Erst gegen Mitternacht fuhren wir mit der Tram und dem Bus zurück. Es ist sehr unkompliziert an den Fahrkartenautomaten. Einzel- oder Gruppenfahrkarte. 6 Sprachen zur Auswahl. Stückzahl eingeben - zahlen - fertig.

Irgendwann kurz vor ein Uhr waren wir dann in unseren Betten.

Resümee: Budapest ist eine Reise wert! Hat mich beeindruckt.

Dat waar Dag 23


Tag 22 - Auf nach Budapest

 Inhalt :

 

  • Erste Eindrücke aus Ungarn
  • Ein besonderer Tag

Auch in Ungarn war ich noch nicht. Und in Budapest schon gar nicht.

Ich freue auf diese Stadt, die für mich in meiner Erwartung eine heimliche Weltstadt ist. Ob meine Erwartungen zutreffen? Mal sehen. Ich bin neugierig.
Die westliche Seite dieser Stadt ist 'Buda', die östliche Seite 'Pest'.

Doch nochmal zurück zum Tagesanfang.

Bis fast 12 Uhr bleibe ich noch im Freizeitpark und nutze die Zeit um die vielen Geburtstagsgrüße zu beantworten, die an diesen Sonntagvormittag im Minutentakt eintreffen.

Denn es ist für mich ein besonderer Tag!

Ja, ich habe heute fünfzig Jahre auf diesem Planeten leben dürfen. Das hätte ich auch nicht gedacht, das ich diesen Tag in Budapest feiern darf. Er wird mir in Erinnerung bleiben.

Geboren und aufgewachsen in Deutschland, einer der fortschrittlichsten und freiesten Gesellschaften dieser Erde. In Wohlstand, Sicherheit und in Frieden. Einen Krieg habe ich selbst bisher nicht miterleben müssen und wünsche mir das dies auch so bleibt.

Aber auch in einem Deutschland mit seiner nicht immer schönen Geschichte, die auch ich mit tragen muss, obwohl sie von mir persönlich so weit weg ist.
Es hat in den letzten Jahrhunderten keinen so langen friedlichen Zeitabschnitt am Stück gegeben, wie die vergangenen 70 Jahre.

 


Geprägt mit christlichen Werten, zu denen ich auch stehe. Auch wenn ich nicht religiös bin, so bin ich Christ. Manchmal habe ich den Eindruck das Toleranz nicht zu den christlichen Werten zählt. Ist das so?
Ich habe den gemäßigten Islam erleben dürfen und sehe auch die Offenheit dieser Wertegemeinschaft. Und was wir von diesem lernen könnten, wenn wir es als Christen zuließen.
Oder ist das alles in Stein gemeißelt?

Ich lebe in einer Überflussgesellschaft. Auch wenn ich aus meiner Kindheit durchaus noch einfachere Zeiten kenne – einmal in der Woche wird gebadet und dann alle nacheinander – aber ich habe nie die Armut und den Hunger kennengelernt.
Das habe ich meinen Eltern zu verdanken, die sich hier größte Mühe gegeben haben uns, also meinem Bruder und mir, dies zu ermöglichen.

Ich habe beste Bildung genossen. Auch wenn die Schulzeiten nicht zu den schönsten Abschnitten in meinem Leben zählen, so habe ich doch viel gelernt.
Das deutsche Bildungssystem hat in meinen Augen  viel Potential nach oben und wird als eine der wichtigsten Ressourcen unseres Landes zu sehr vernachlässigt. Meine Meinung! Fachkräftemangel hat Gründe.

Bildung heißt nicht nur Wissen zu bunkern, sondern auch die persönliche Entwicklung des eigenen Selbst.

Sich aus der Abhängigkeit anderer zu befreien, die Gummibänder zu lösen, die jede/r als Kind erfahren hat.

Sich seines Selbst, seiner Konditionierungen, Werte, Glaubensätze und Ängste bewusst zu sein, um diese zumindest bewusst, reduziert oder gezielt an seine Kinder weiter zu geben. Auch das wäre für mich zeitgemäße Bildung.

In den Zeiten des Friedens und des Wohlstandes hätten wir aktuell die Möglichkeiten mehr auf die Entwicklung des eigenen Selbst zu fokussieren. Und das bereits im Kindes- und Jugendalter.

 


Ich habe mich aus freien Stücken selbst dazu entschieden einfach und bescheiden zu leben, da ich denke, dass es mir mehr gibt. Ein Leben in und mit der Natur gibt mir die innere Balance, die ich für meine Zufriedenheit brauche.

 

Ich denke das der materielle Überfluss an sich zur Überforderung und zum Burnout führt. Der materielle Überfluss, das Haben, muss zum einen erst einmal finanziell erwirtschaftet werden. Dies erfolgt durch Zeitaufwand, durch Arbeitszeit. Dann muss dieses Haben auch verwaltet, gepflegt, erneuert, saniert und unterhalten werden. Was wieder Zeit und Geld kostet. Dies ist in meinen Augen eine Spirale, in der man gefangen ist, ein Sog, ein Strudel aus dem es schwer ist aus eigener Kraft zu entkommen, wenn man nicht durch Krankheit, Burnout oder von Außen darauf hingewiesen wird. Und manche verstehen es auch dann nicht.

Auch das habe ich alles erlebt.

Heute denke ich das ich durch die Reduzierung des Habens viel mehr Zeit für mich habe. Ich brauche weniger Geld, muss weniger Zeit für den Unterhalt meines Habens aufwenden.

Ich habe Zeit zum Reisen, für meine Leidenschaften und für Gespräche mit andere Menschen um Impulse zu geben, etwas zu ändern. Ich reise mit wenig Kosum.  Wer mich nicht bezahlen kann, dem biete ich gerne ein Tauschgeschäft an.


In Wäldern, am Wasser oder in den Bergen unterwegs zu sein ist für mich normaler als in einem Dorf oder einer Stadt zu wohnen. Dort bewege ich mich auch in meinen Elementen.

In einer Gesellschaft in der das Geld, die Macht und der Konsum die wichtigsten Werte zu sein scheinen und wohl auch sein sollen, ist das für mich nicht immer ganz leicht.

Daher habe ich mich inzwischen dazu entschieden einen Gegenpol, eine Alternative (darf ich dieses Wort überhaupt noch benutzen ohne in einer Schublade gesteckt zu werden?) zum Kapitalismus aufzuzeigen.
Es ist die Einfachheit, die Reduzierung des Überflusses auf ein individuelles Maß.

Schon in meiner Jugend habe ich gemerkt, das es mir am wichtigsten ist meinen inneren Impulsen und meinem inneren Kompass zu folgen. Das habe ich bis auf wenige Jahre auch gemacht. Die Jahre, in denen ich dies nicht gemacht habe, waren die vergangenen etwa 5 Jahre, in denen ich den Fahrradverleih bellorange als kleines Unternehmen aufbaute und von Größer und Geld träumte. Diese Zeit war für mich sehr lehrreich und ich bin dankbar für diese Erfahrungen. Sonst hätte ich nicht die andere Seite kennengelernt. Geschäftsführer sein, Chef, Manager, Personalverantwortung, deutsche Bürokratie, die Klauen des Finanzamtes, Korruption in ausgeklügelter Form, 7 Tage Wochen mit 80 Stunden Arbeitszeit und die teilweise ungerechte Macht des Staates durch nicht zu Ende gedachte Gesetzgebung. Und dann habe ich noch den Irrglauben das Gerechtigkeit ein Wert unserer Gesetzgebung wäre. Den Glaubenssatz habe ich immer noch, da Gerechtigkeit für mich ein hoher Wert ist. Ich habe allerdings viele, viele Gegenbeispiele um zu wissen, das es keiner unserer Gesetzgeber ist.


Im Erfolgsrausch sein und am Fallen und Scheitern. Reizüberflutung durch zu viel Input und Verantwortung, dem Ausgebrannt sein und dem Alkohol und der Depression, wenn es zu viel wurde und ich die schweren Aufgaben nicht mehr anschauen wollte.
Das haben mir die insgesamt jetzt 11 Jahre Vollselbstständigkeit gelehrt.

Und ich habe gelernt, dass ich meine innere Zufriedenheit und Balance nur dann finde, wenn ich meinem inneren Kompass folge. Und das tue ich jetzt wieder.
Und das möchte ich in Zukunft in meinen Seminaren, Workshops und auf meinen Reisen auch für andere Menschen erreichbar machen.

Das ist meine Vision für die kommenden 50 Jahre - inshallah.

Für mich ist die größte Hürde das Land, in dem ich geboren und aufgewachsen bin. Die deutsche Gesetzgebung. Da fühle ich mich unfrei. Zu viel Auflagen, Gesetzesvorgaben, Vorgaben, Prüfungen, Zertifikate usw.

Zu wenig Raum für echte Eigenverantwortung des Einzelnen. Deutschland hat für mich nicht nur Vorteile, auch Nachteile. Für mich, als jemand, der nicht in den Leitplanken des gesellschaftlich Normalen leben möchte.

Dankbar bin ich für meine Gesundheit und auch für das Glück, das ich schon einige male in diesem Leben hatte, um noch leben zu dürfen.

Wir haben in der Familie bisher sehr gute Gene. Ich war in meinem Leben zweimal stationär im Krankenhaus: zu meiner Geburt und ein paar Jahre später um die Mandeln raus zu bekommen. Das war es. Alle anderen Erkrankungen waren zwar nicht schön, aber dank Glück oder Medikamenten überlebbar. Da ist wieder der Benefit in Deutschland leben zu dürfen.

Und die Schutzengel brauchte ich mal, wenn mir ein Auto aus dem Gegenverkehr auf meine Seite kam, mich ein LKW Fahrer beim Rad fahren übersah oder ich in Naturgewalten gefangen war.

Die Hälfte meines Lebens ist jetzt um. Dieser Glaubenssatz fühlt sich gut an. Im Nachhinein werden auch die schweren Zeiten nur Lebensabschnitte gewesen sein.

Mein Wunsch ist in den kommenden Fünfzig noch ein paar Spuren hinterlassen zu dürfen.
Spuren bei anderen Menschen. Nicht die Größen, sondern die Kleinen!

 

Der Grenzübergang nach Ungarn über die mächtige Donau erfolgte über eine schöne, ältere Brücke. Ungarn empfängt mich mit vielen Autos, Lebendigkeit, mehreren Geschwindigkeitskontrollen auf wenigen Kilometern und Wohlstand. Gut gekleidete Menschen füllen bei dem sonnigen Wetter die Straßen. Nur die Straßen selbst sind schlecht. Schlaglöcher und Bodenwellen ohne Ende. Aber die vielen modernen PKW 'Made in Germany' stecken das schon weg.

Schlaglöcher, über welche die meisten deutschen Eigentümer Ihren geliebten Mercedes nur in Schritttempo steuern würden, wird hier mit Schwung drüber gefahren. Ist wohl auch die bessere Variante, habe ich mal gehört.

Es ist Sonntag und die meisten Geschäfte haben geöffnet. Ein Lidl nach dem anderen. Groß, Größer. Kein Vergleich zu unseren Niederlassungen. Top modern, Glasfassaden und einfach groß und modern. An den Kassen gleich mehrere Kartenbezahlgeräte.
Die Parkplätze sind voll. Die Leute kaufen ein, wenn sie Zeit haben. Sonntags!
Die meisten top gestylt, High Heels und die Männer in gepflegten Hemden prägen die Schlange an den Kassen.
Ein modernes Land empfängt mich. Das ist mein erster Eindruck ersten 50 Kilometer Ungarn.

Der Natur Campingplatz ist mitten im Grünen. Beste Bewertungen bei Google. Wir zahlen für 4 Personen, 2 Zelte, 1 Camper und 1 PKW inklusive Strom 47 € je Nacht. Das ist okay. Der Diesel kostet 1,05 € . Der Divisor zum Umrechnen der Währung HUF – Hungary Forint ist aktuell 320. Das ist schwer im Kopf zu überschlagen. Hier in der Region wird auch noch Euro akzeptiert. Cash natürlich.

Der Campsite ist toll. Er ist weder modern oder Hightech. Aber er ist familiengeführt. Ich werde mit Handschlag vom Sohn begrüßt, von seiner Frau am Eingang eingewiesen und von der Eigentümerin, seiner Mutter, werden am Check-in Desk die Formalitäten erledigt. Auf einen karierten DIN5 Block. Eine 5 Sterne Bewertung ist so gut wie sicher. Hier kann ich auch noch in Euro bezahlen. Bei Abreise.

Norman und Oli sangen mir noch ein Geburtstagsständchen und ich bekomme einen 'Berliner' als Geburtstagstorte geschenkt. Wir kochen zusammen und später fahren die beiden noch an den Flughafen unseren 4.ten Mann, Theo, abzuholen.

Oli verlässt uns übermorgen früh, was ich schade finde, denn wir hatten tolle Gespräche und ich hätte diese gerne noch gerne vertieft.
Ein schöner Tag geht zu Ende. Es ist 21.55 Uhr und ich beende jetzt hier.

 

 Das war mein fünfzigster Geburtstag.

 


Tag 21 verging entlang der Donau wie im Fluge

Ich nutzte den schönen Campsite auf der Farm und lies die Beine ein bisschen baumeln. Erst gegen Mittag setzte ich mich in Bewegung. Vorher schrieb ich noch meinen Blogeintrag weiter, wusch meine Wäsche und organisierte das Auto etwas um. Am Abend des, also morgen, werden wir für kurze zu Zeit zu viert sein. Theo, ein Fotograf, kommt hinzu. Er begleitet uns dann etwa 2 Wochen und zieht bei uns mit ein. Oli wird uns - vom jetzigem Schreibdatum aus gesehen - in zwei Tagen wieder verlassen und den Mietwagen mit nehmen.

Ich musste also Platz schaffen im überfüllten und überladenen Camper. Sämtliche Müsli Umverpackungen wurden entsorgt und die Müslidosen, welche zu 50 % Luft enthalten, wurden entlüftet.

Auch wird morgen noch ein Großteil der Flyer rausfliegen. Einmal wegen des unnützen Gewichtes, welches ja auch Sprit verbraucht und weil wir einfach Platz brauchen für Theo sein Kameraequipment und Klamotten.

Das Internet entlang der Donau ist schlecht. Meist nur E, manchmal LTE oder H. Ich kaufe ausgiebig ein. Morgen ist Sonntag. Die Slowakei ist außerdem günstig, nur der Sprit ist teuer.
Nachmittags begebe ich mich auf Stellplatzsuche. Aber ich finde nichts. Am Donauufer steht alles unter Wasser. Auf Sportplatzwiesen o. ä. sind überall laute Partys und eine Ekofarm die ich finde, ist bereits ausgebucht.
Da wir eh in der nächsten Stadt in 20 km Entfernung über die Brücke müssen, fahren wir mit dem Auto dort hin. Die Fähre welche Norman eigentlich zur Donauquerung nutzen wollte, existiert offenbar nicht mehr.
Hier entsteht, also eine Zwangslücke.

Wir fahren auf einen offiziellen Stellplatz in einem Freizeitpark. 20 € pro Person. Das ist heftig viel und wir müssen doch alle sparen. Geld ist knapp.
Aber dafür dürfen wir schwimmen. Leider ist der Badebetrieb abends schon fast geschlossen und die Absperrketten sind schon drin. Aber ich gehe trotzdem und werde nach 3 x 50 m Bahnen dann doch aus dem Becken geholt.

Leider stehen nirgendwo Schilder von wann bis wann man schwimmen darf. Nu ja, die Ketten könnte ich natürlich als Symbol erkennen.
Am kommenden morgen das gleiche Spiel. Um 8 Uhr gehe ich schwimmen. Bin ziemlich alleine (und bin auch wieder über die Kette gestiegen) und schaffe immerhin 400 m, bevor ich aus dem Becken geholt werde. 500 m waren mein Ziel. Fast geschafft.
Aber mit Touristenbonus und mangelnden Sprachkenntnissen alles okay und sehr freundlich.

 

Viel mehr gibt es gar nicht zu berichten von diesem Tage. Morgen ist ein Neuer! Für mich ein Besonderer.

 

Das war Tag 21 unserer Reise. Dem 1.Juni 2019

 


Tag 20 - Von der Ortschaft  'Horny bar' weiter zum Kemping Vel'ky Lél  und Bufet- Ekofarma Otrov

Inhalt :

 

  • Getrennte Übernachtung
  • Essentielle Gespräche in der Sonne
  • Kemping Vel'ky Lél

Die ständige Nässe und das dadurch bedingte enge aufeinander sein hinterlässt Spuren. Nicht nur bei der Ausrüstung, sondern auch mental.

Unser geplanter Zielort ist die kleine Ortschaft 'Hory bar' an der Donau. Normans Laufweg ist wenig schön. Entweder an der stark befahrenen Straße entlang oder wahlweise auf dem endlosen Deich der kilometerlang aufgestauten Donau. Natürlich bei prasselndem Regen und unangenehmem Wind.

Die Straßen stehen unter Wasser und die Wiesen und Felder auch. Unsere gesamte Ausrüstung ist triefend nass. Auch das Zelt und alle Kleidung.
Ich finde zwar an einem Kanal einen brauchbaren Stellplatz für den Camper und Zelt, aber richtig Lust hat keiner.
Wir beschließen erst einmal in die nächst größere Ortschaft zu fahren und uns am Vatertag in ein Lokal zu setzen und etwas zu essen. Für knapp 10 Euro inklusive zwei alkoholfreien Bier werden wir satt. Norman isst natürlich zwei Hauptgerichte.

Das Lokal bietet auch Zimmer zu günstigen Preisen an. So beschließen wir das Norman und Oli sich ein Zimmer zu nehmen und ich bleibe alleine im Camper. Da schlafe ich ohnehin besser.
Nach dem Essen fahre ich noch etwa 10 km in die Donauauen und suche mir in den überall überfluteten Auen einen Stellplatz für die Nacht.

Es tut mir gut mal wieder eine Nacht alleine zu schlafen und ein bisschen länger schlafen zu können. Ich hänge früh morgens gerne noch einige Zeit in meinen Gedanken im Halbschlaf und kann die Eindrücke der letzten Tage etwas verarbeiten.
Das fehlt mir doch etwa, da der 7 Uhr Rhythmus, den wir haben, mir diesen Freiraum nicht lässt.

Wir treffen uns um 8.30 Uhr wieder in Horny Bar an der Piano Bar - einer Kneipe. Das Wetter ist deutlich besser und es soll ab heute warm und trocken werden.

Ab Mittags scheint endlich die Sonne und wir nutzen die Energie für essenzielle Gespräche.

Wir treffen uns zum Mittag auf dem Deich der Donau und ich kann alle Sachen zum trocken auslegen. Ich fange an meinen Blog der letzten Tage nach zu schreiben und die Bilder bearbeiten.

Wir haben in der Mittagspause intensive Gespräche zu den Themen und Zielen von 7CONTINENTS. Über die Nachhaltigkeit, die Ziele und die Aussage. Wie können wir die Stimmen nutzen. Welchen nutzen und welche Ziele sollen die angedachte Akademie und die Jugendbotschafter bekommen. Welche Aussagen sind international, welche kontinental und welche regional? Wie ändern sich die Aussagen über den Zeitraum von mehreren Jahren? Die Themen, welche die Menschen beschäftigen sind ja auch Ereignis und Mediengesteuert.
Wir merken schon jetzt das die Themen in den verschiedenen Ländern andere sind. Die Wahrnehmung z. B. was die Natur für den Einzelnen bedeutet ist unterschiedlich. Darf ein Projekt solche Unterschiede bewerten?

Bei uns in Deutschland ist der Klimawandel und Plastikvermeidung gerade 'IN'. Das ist hier in der Slowakei anders. Ist Klimawandel das Thema das aktuell alle Jugendlichen in der Welt beschäftigen MUSS? Ich denke sicher nicht. In anderen Ländern wollen die Menschen vielleicht endlich mal Strom oder fließend Wasser im Haus haben, während wir versuchen die Energieproduktion zu verändern. Dort wird der Klimawandel vermutlich keine Rolle spielen.

Ist Plastik Müllvermeidung gerade ein Thema das die ganze Welt beschäftigt oder ist das nur bei uns so? Aber Jugendliche in Pakistan oder in Südafrika die gleichen Themen? Ich glaube nicht.
Und ich glaube das dies auch spannende Aussagen sind, welche die dieser "run for voices" aufzeigen kann.
Welche ist der gemeinsame Nenner, der alle verbindet? Gibt es den? Das ist das, was wir aus den Antworten aus den 7 Fragen herausziehen können, ja lernen können.
Den Menschen und Jugendlichen in Südamerika sind andere Dinge wichtig als denen bei uns. Und wie ist das in einem Jahr, in fünf Jahren, in 7 Jahren? Die Themen werde sich dann auch bei uns verändert haben.
Aber was ist die Botschaft, welche alle verbindet? Die Botschaften?

Geht es uns bei dem Naturschutz wirklich um die Natur. Wir sind auch ein Teil dieser Natur. Oder geht es uns eigentlich um unser eigenes Überleben als Rasse Mensch, welche wir gerade zerstören. Falls wir Menschen einmal ausgestorben sein sollten, wird es die Erde noch geben. Es wird eine Natur geben, die anders sein wird wie die heutige. Die Natur wird sich wandeln, so wie Sie sich in den letzten Jahrtausenden, Jahrmillionen, Jahrmilliarden immer wieder gewandelt hat.
Wären die Saurier, die es mehrere Millionen Jahre gegeben hat, nicht ausgestorben, gäbe es uns Menschen sehr wahrscheinlich nicht.
Wir sind dabei unsere eigene Lebensgrundlage zu zerstören, also unsere eigene Existenz als Menschheit. Die Natur können wir nur im Detail zerstören, verändern. Wie ein Meteorit oder eine Seuche. Vielleicht sind wir als Mensch nichts anderes.
Also worum geht es?
Vielleicht um eine Lebenswerte Zukunft für uns Menschen?
Und der Naturschutz ist ein dafür notwendiger Schritt, das die Natur so bleibt, das wir als Mensch darin leben können.
Dies sind alles meine persönlichen Gedanken!

Zurück:
Wie können wir die vielen Stimmen nachhaltig genutzt werden? Die Stimmen sind nicht repräsentativ. Aber sie enthalten Aussagen. Nach Ländern, Kontinenten, Alter, Zeit, Themen.
Sollen wir aus den zusammengefassten und somit interpretierten und bewerteten Antworten Forderungen an Politiker stellen?

Statistische Auswertungen können Schwerpunkte herausarbeiten, diese nach Kontinenten oder Regionen darstellen.
Das Projekt ist im Prozess, in der Weiterentwicklung. Es wird hoffentlich niemals fertig sein. Denn dann gäbe es Stillstand. Und Stillstand ist das Gegenteil von Veränderung. Und das wollen wir. Verändern!

Hinweis: Ich schreibe ich nicht für 7CONTINENTS. Es sind meine Gedanken und meine Interpretationen.

 

Kemping Vel'ky Lél - einfach nur schön und ein echter Geheimtipp
Auf der täglichen Suche nach ein Stellplatz, der ja inzwischen nicht nur für einen Camper, sondern auch für ein zusätzliches Zelt gut sein soll, fuhr ich den abseits der Straße und Ortschaft gelegenen Aussiedlerhof an.

Es ist kein echter Campingplatz, sondern eine Symbiose aus Landwirtschaft, Kühen und Pferden, Hunden, Zufluchtsort von versehrten Tieren wie Reh oder Storch. Die nahe gelegenen Auen laden zu Boottouren und Tierbeobachtung ein. Man kann auch reiten oder einfach nur die Zeit genießen.

Ein schöner Spielplatz und ein kleiner Getränkeausschank mit Bier vom Fass runden das ganze ab.
Es gibt zwar nur eine Steckdose für potenzielle Wohnmobile, aber die könnte man sich teilen und die Wohnmobilisten müssten miteinander sprechen. Der Platz unter den Bäumen auf grüner Wiese ist klasse. Die sanitären Anlagen sind top. Besser geht kaum.

Hier könnte ich einige Tage verweilen und die Seele baumeln lassen. Das hole ich sicher einmal nach.
Aktuelle Preise: 8 € je Person. Ein Bier kostet 1,20 €.

 

Adresse:

Veľký Lel 819

946 12 Zlatná na Ostrove

Slowakei

+421 948 104 665