Darum kommen gerade kaum neuen Beiträge. 7 Continents Tour

 

Die Zeit vergeht im Sauseschritt 

 

 

 

Nachdem uns Theo vor einigen Tagen verlassen hat, sind wir nun wieder zu Zweit.

 

Erst jetzt merke ich wie sehr es mich angestrengt hat, die knapp drei Wochen hier auf engstem Raum zu Dritt zu leben. Für uns alle zu sorgen, einzukaufen, aufzupassen, zu organisieren, irgendwie eine Ordnung aufrecht zu erhalten und so manchen Ärger zu verdrücken.

 

 

 

Ich merke gerade, wie ich Pause von diesen letzten drei Wochen brauche. Es ist kein Urlaub für mich, wie einige dies wohl wahrnehmen. Es ist ein Full Time Job von morgens bis abends in dem ich die ganze Zeit konzentriert sein muss.

 

 

 

Meine eigenen Interessen haben in diesen drei Wochen sehr gelitten.

 

Dazu gehört mein eigentlich regelmäßig Training und Gymnastik. Inzwischen merke ich die Auswirkungen dieses Mangels durch Verspannungen im Rücken.

 


Die normalerweise regelmäßigen Checks am Auto habe ich auch fast komplett ausfallen lassen. Somit kommt es eben auch gehäuft zu echten Problemen, zumal die Straßen hier in Bulgarien nochmal eine ganze Nummer schlechter sind als in Serbien.

 

Ein heftiges schlagen am vorderen rechten Rad des Campers hat mich zunehmend mental belastet, so das ich jetzt auch ohne Rücksprache mit Norman in die Werkstatt bin. Mit dem Risiko, das wir mehrere Tage am gleichen Ort verbleiben müssen. Glücklicherweise ging die Reparatur dann doch schnell.

 


Die manchmal heißen, manchmal gewittrigen Nächte im Camper lassen mich schlecht schlafen, so das ich tagsüber immer sehr müde bin und kaum Antrieb habe, konzentriert den Blog zu schreiben oder kreativ zu fotografieren. Ich sehe die Motive nicht mehr, wenn ich daran vorbeifahren.

 

Die Straßen sind so schlecht, da ich jederzeit hochkonzentriert auf die Fahrbahn starre um ja kein Schlagloch zu übersehen. Die kommen leider in sehr dichten Abständen und sind dann immer wieder so gewaltig, das es gravierende Folgen haben könnte, da durch zu fahren.

 


Das Auto fahren macht hier keinen Spaß und ich habe nun beschlossen in Bulgarien nicht mehr von den Schnellstraßen runter zu fahren. Mir ist mein Auto da einfach wichtiger als das durchaus landschaftlich schöne bulgarische Hinterland zu erkunden. Wenn ich Norman nicht begleiten müsste, hätte ich Bulgarien auf dem kürzesten Weg schon verlassen. Immerhin hatte ich gestern meine ersten positiven Erfahrungen in diesem Land. Die Stadt Plowdiw. Das möchte ich fairerweise erwähnen. Das erste Mal, das mir mit Hilfebreitschaft und Freundlichkeit begegnet wurde und ich eine wirklich sehenswerte, bulgarische Stadt besuchte.

 

 

 

Leider haben wir auch heute Nacht vor Hitze, Geruch und Moskitos kaum ein Auge zu gemacht. Dementsprechend übermüdet schreibe ich dies gerade.

 

 

 

Das Blog schreiben an sich ist aufwendig, und mir fehlt es gerade an Muse und Motivation dazu.

 

 

 

Mit der Bearbeitung der Bilder und der Texte brauche ich für einen Beitrag meist etwa drei bis vier Stunden pro Tag. Ich weiß das eignen Lesern und Leserinnen die Rechtschreibung ein wichtiger Wert ist. Mir ist es das nicht.

 

Es ist ein Wertekonflikt. Mir ist es wichtig und wertvoll von meinen Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten. Möglichst unmittelbar, authentisch. Wenn ich schreibe bin ich im Flow und tippe in hoher Geschwindigkeit die Zeilen in den Laptop. Mit vielen Fehler.

 

Ich lasse danach die Rechtschreibkorrektur vom Editor drüber laufen, kopiere das alles in ein weiteres Online Rechtschreibprüfungsprogramm. Lese dann alles nochmal durch und übernehme die Korrekturen des Programms und meine eigenen Umformulierungen. Dafür brauche ich etwa 2 Stunden. Meist schreibe ich zwei bis drei DIN A4 Seiten.

 

Mit Fotos sind das dann vier Stunden Arbeitszeit, und mehr habe ich täglich auch nicht zur Verfügung.

 

 

 

Der Mehraufwand für weitere Rechtschreibkorrekturen überschreitet das mir persönlich Wichtige und Wertvolle und auch das, was ich bereit bin zu investieren.

 

Ich gehe dann als innere Reaktion auch für Augenblicke in eine innere Haltung des Trotzes, in der ich das schreiben des Blogs dann komplett in Frage stelle. Das ist aber in der Selbstreflektieren der falsche Ansatz. Der Trotz ist der Wächter des Egos. Ich muss meinen Werten treu bleiben!

 

Andere Menschen haben andere Werte - z.B. die Korrektheit in der Rechtschreibung - und das diese Menschen sich dann über die Fehler ärgern ist richtig und wichtig. Es ist ja ein Wert!

 

Ich muss mich jedoch nicht verbiegen um den Werten anderer zu entsprechen, aber ich muss natürlich die Konsequenz dafür tragen. Die Kritik einstecken und im schlechtesten Fall den / die Leser/in verlieren.

 

Ich muss meinen Werten treu bleiben. Das sind meine Leitfäden. Für mich ist die authentische Wahrnehmung meiner Eindrücke wichtig. Das ist einer meiner Wert.

 

 

 

Ich störe mich daran, wenn ich Beiträge im Internet lese über Länder, Grenzübergänge usw., und alles ist 'schöne, heile Welt'. Wenn Reisende zwar berichten deren Camper wurde ausgeraubt während sie nachts darin schliefen, aber nicht sagen wollen in welchem Land, weil dies dafür bekannt sei, dann ist das nicht ehrlich. Solche Beiträge verlieren mich als Leser oder Zuschauer an Glaubwürdigkeit.

 

 

 

Zwischengedanke: Fragen wir doch mal beliebige andere Menschen, ob diese Ihre Werte überhaupt kennen?

 

 

 

Die vielen Begegnungen, welche Theo und Norman während der Zeit zu Dritt hatten und auch die Begegnungen die Norman inzwischen - positiver Weise - unterwegs wahrnimmt, gehen an mir energetisch und emotional vollkommen vorbei. Wir haben aktuell parallele Wege mit wenigen Berührungspunkten im Tagesverlauf. Ich habe eigene Begegnungen, Erlebnisse und Erfahrungen, welche aber nichts mit dem Projekt zu tun haben.

 

Und somit haben wir auch eine recht unterschiedliche Wahrnehmung dieses Landes. Auch dies ist interessant, abends zu besprechen.

 

 

 

Und auch das ist gerade das, was Ist! Deshalb schreibe ich es auch.

 

 

 

Ich finde dies auf der einen Seite schade, aber ich sehe auch, was ich daraus lernen kann. Die Dynamik eines solch langen, fast zweimonatigen Projektes. Es ist sehr viel Erfahrung, welche ich für die Durchführung einer Reise in diesem Umfang bekomme.

 

 

 

Norman wird in Istanbul voraussichtlich nach Hause fliegen, da er zu seiner Familie zurück möchte. Für mich geht de Reise im Camper noch durch die Südlichen Balkanländer zurück. Dafür werde ich mir sicher noch zehn Tage Zeit lassen. Meine ersten Termine habe ich erst Mitte Juli und dann geht daran mein neues Lebensmodell, meine neuen Angebote, Seminare, Gespräche und Projekte in die Tat umzusetzen.

 

 



 

Den Rhythmus meines Blogs werde ich etwas verändern, so das es für mich und meine Werte passt.