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14 Tage autark durch den Sarek Nationalpark

Bei einem echten Abenteuer ist nicht wirklich alles planbar, denn ein echtes Abenteuer ist eine Reise ins Unbekannte. Egal, wie gut man sich vorbereitet, Überraschungen bleiben nicht aus. Unser erstes unerwartetes Erlebnis hatten wir gleich, nachdem wir den Flughafen in Lulea verlassen haben. Wir wollten mit dem Bus nach Jokkmokk fahren. Nur keiner von uns hatte eine Kreditkarte dabei und die braucht, wer in Schweden mit dem Bus fahren will. Das wussten wir nicht. So blieb uns keine andere Wahl, wir mussten für die 180 Kilometer bis Jokkmokk ein Taxi nehmen. Das hatte auch seinen Vorteil, wir waren schneller dort als mit dem Bus und unser Taxifahrer war ein Juwel, er organisierte uns vor Ort auch gleich eine Hütte auf dem Arctic Camp Jokkmokk und fuhr uns, an der Eingangschranke vorbei, direkt bis zur Hütte. Natürlich nicht, aber vielleicht wollten sie uns zu mehr Geduld und Gelassenheit animieren, denn als Armin einen Pick-up Fahrer anspricht, löst sich der Knoten. Sein Name ist Niklas, er ist Sami und – ganz wichtig für uns – will uns fahren. Er und seine Familie kümmern sich im Sarek Nationalpark um die Rentierherden. Niklas kommt gerade von einem mehrmonatigen Aufenthalt von dort zurück. Als wir ihm en détail von unserem Vorhaben erzählen und die geplante Route zeigen, ist er sofort voll bei der Sache und gibt uns wertvolle Tipps. Niklas weiß genau, welche Flüsse wir queren können, wo es schwierig werden würde und wo ein Querung lebensgefährlich ist. Einen besseren "Transporter" hätten wir nicht finden können.

Niklas wird zu unserer "Lebensversicherung", sollte – was wir nicht hoffen – auf unserer Tour etwas schiefgehen. Er besteht darauf, dass wir ihn in der Rettungszentrale als Notfallkontaktperson angeben. Außerdem vereinbaren wir mit ihm einen Meldetermin, damit er weiß, ob alles o. k. mit uns ist und wir die vor uns liegende, anspruchsvolle Bergregion auch heil überstanden haben. Seine Hilfsbereitschaft ist schier grenzenlos. Auf unserer Wanderkarte markiert er noch, wo seine Hütte steht – die wir benutzen dürfen, wenn wir wollen – und wo die von seiner Familie bewirtschafteten Gewässer liegen. Er sagt (frei übersetzt): "Wenn ihr Lust auf Fisch habt's, dürft ihr gerne welche angeln." Dazu muss man wissen, dass ohne Genehmigung Angeln im Sarek Nationalpark und in den Sami Gewässern strengstens verboten ist. Wir freuen uns schon auf die Abwechslung im Speiseplan. Den Staudamm erreichen wir gegen Nachmittag. Niklas fährt uns über den Damm bis zum Rentiergatter am südlichen Ufer des Sees. Er kann das, weil er die Schlüssel für das Staudammgelände hat. Dann verabschieden wir uns von ihm und jeder geht seiner Wege. Niklas fährt zurück nach Jokkmokk und wir stapfen los Richtung Berge. Zuerst durch dichte Birkenwälder mit vielen Moskitoattacken steuern wir zügig die Baumgrenze an. Dort angekommen schlagen wir bei sehr schönem Wetter unser erstes Nachtlager auf. Der Blick ins Tal von hier oben ist einfach fantastisch. Wir drei hier oben, ganz allein mit der Natur, genau dafür sind wir hierher gekommen.Am zweiten Tag ist urplötzlich Schluss mit Einsamkeit, Stille und Ruhe. Ständig begegnen uns Wanderer. Die Enttäuschung ist vor allem mir (Achim) ins Gesicht geschrieben. In all den Jahren hier oben in Nordschweden habe ich das noch nicht erlebt. Nicht nur, dass uns an die 20 Wanderer begegneten, zu meinem Entsetzen waren die meisten auch unzulänglich ausgerüstet.

Schon am ersten größeren Gebirgsfluss, wir waren schon durch, mussten wir einer finnischen Dreiergruppe helfen, den Fluss zu queren. Mit schwerem Gepäck und ohne stabile Stöcke ist das bei starker Strömung ein extrem gefährliches Unterfangen. Die Wassertemperatur lag bei circa 5 Grad, da geht sehr schnell das Gefühl in den Füßen verloren und ein sicherer Tritt ist kaum mehr möglich. Wir warfen den jungen Männern unsere 1,8 Meter langen Stöcke zu und sicherten sie zusätzlich mit einem Seil. Danach trennten sich unsere Wege.Das kann ja heiter werden, aber wir sind ja noch im Stora Sjöfallet Nationalpark, und die Zivilisation bis hierher nicht so weit weg. Bis zum Sarek Nationalpark liegen noch zwei Tagesetappen vor uns. Durch teils schweres, verblocktes Gelände, teils angenehm zu laufendes Fjäll und dann wieder kniehohes Buschland aus Lapplandweide erreichen wir einen kleinen See, ein idealer Platz für unser Nachtlager. Es war ein anstrengender Tag, denn Buschland ist sehr schwer zu durchwandern, störrisch und meist auf übererdeten Geröllhalden zu finden, aber zerklüftet und teils mit tiefen, Wasser und Schlamm gefüllten Löchern und Rinnen durchzogen.Die meisten der hier zahlreich anzutreffenden Wanderer sind auf einer drei bis vier Tage Tour unterwegs, die von Saltoluokta bis Sitojaurestugarna, dann mit dem Boot nach Rinim und von dort bis nach Suorva führt. Das ist eine relativ leichte Strecke, die weitgehend auf alten Sami-Pfaden verläuft, aber nicht beschildert ist. Offenbar zeigt die starke Werbung für den Sarek Nationalpark in den letzten Jahren Wirkung. So zieht diese Tour sowie andere kurze Runden zunehmend auch unerfahrene Rucksacktouristen an. Der Haken dabei, auch diese relativ kurzen Etappen im Gebirge sind nicht ungefährlich. Es gibt keine Brücken, zahlreiche Fluss- und Bachüberquerungen müssen gemeistert werden. Schwierige Stellen werden nicht, wie bei uns in den Alpen üblich, abgesichert. Das setzt eine gewisse Erfahrung in der Wildnis voraus. Allein in den ersten Tagen auf unserer Tour konnten wir fünf Helikopter-Rettungseinsätze der Bergwacht miterleben.

 

Der Sarek empfängt uns mit kaltem Regenwetter. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, dieses Wetter sollte bis zum Ende unserer Tour so bleiben.

Drei bis vier Flussdurchquerungen am Tag werden zur Norm.

Mit Sandalen verliert man in dem eiskalten Wasser schnell jegliches Gefühl in den Füßen. Verletzungen durch die Kunststoffschnallen der Sandalen oder durch angeschlagene Zehen spürt man erst hinterher, dann, wenn die Füße wieder warm werden. Um Entzündungen in den warmen, feuchten Stiefeln zu vermeiden, gibt es nur eins, die Wunden müssen schnellstmöglich desinfiziert und versorgt werden. Ein guter Vorrat an Pflastern darf daher nicht fehlen. Wir hatten 30 Stück 10-cm-Streifen dabei und das war gut so. Wir bekamen keine Entzündungen an unseren Wunden.

Mich selbst plagten zunehmend starke Schmerzen in der linken Gesichtshälfte, teils so stark, dass ich mich hinlegen musste. Kauen wurde zur Qual. Ich befürchtete eine Wurzelentzündung an einem Backenzahn. Wir besprachen mein Dilemma und beobachteten die Backe zwei Tage lang, dann war ich mir sicher, von den Zähnen kommt der Schmerz nicht. Die Schmerzschübe kamen immer nach dem Essen (welches wir jetzt möglichst babymäßig zubereiteten) und vor allem nach dem Kauen und bei warmen Getränken oder Speisen.

Beim Abtasten der Stelle im linken Kiefergelenk fand ich den Punkt, an dem ich den Schmerz auslösen konnte. Nicht ganz unerfahren mit solchen Dingen, habe ich immer ausreichend Ibuprofen Schmerztabletten dabei. Diese kamen auch jetzt wieder zum Einsatz. Zu dumm, dass die 400er hier nicht ausreichten, um den Schmerz wirksam zu bekämpfen. So nahm ich morgens, mittags und abends je eine vor dem Essen, um überhaupt etwas zu mir nehmen und schlafen zu können.

Trotz der Schmerzen, an Aufgeben dachte ich nie. Weitermachen war angesagt und das war wohl auch richtig so, denn durch die hohe körperliche Belastung wurde auch mein Blut besser durch den Körper gepumpt und das wirkte sich offensichtlich positiv aus. Nach drei Tagen ließen die Schmerzen nach und wurden nach weiteren zwei Tagen erträglich. Ibuprofen als Entzündungshemmer nahm ich nur noch prophylaktisch. Nach insgesamt sieben Tagen war ich schmerzfrei. Was wohl die Schmerzen hervorgerufen hat? Rückblickend denke ich, es war monatelanger, beruflicher Stress verbunden mit Zähneknirschen. Hier in Lappland hat sich alles gelöst und fand mit der Entzündung sein Ende. Seit dem ist auch das Zähneknirschen verschwunden.

Langsam wird es kälter, das hängt natürlich auch damit zusammen, weil wir immer höher steigen. Zwischendurch immer wieder Regenschauer. Oft so heftig, dass wir pausieren. Dann kommt unser ultralight Tarp zum Einsatz. Wie im Bild oben zum Einwickeln bei starken Regenschauern und bei anderen Gelegenheiten als Windschutz beim Mittagessen. Wie heißt es so schön: "Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung". Da ist viel Wahres dran. Wir spüren, wie schön es hier draußen ist, fühlen uns lebendig, spüren unseren Körper, beobachtet sich selbst und die Natur und nimmt alles viel intensiver wahr. Was könnte schöner sein? Es macht Spaß, die Wolken zu beobachten, zu spüren, woher der Wind weht und wahrzunehmen, von wo der nächste Regenschauer kommt. Wann schauen wir im normalen Leben nach den Wolken? Nehmen wir unsere Umwelt überhaupt noch wahr?

Wir genießen die klare Luft, die Stille. Nur das Summen der wenigen Moskitos in diesem Jahr und das Rauschen des Rahpajahka dringt an unser Ohr.

Unserem Plan zufolge wollten wir den Rahpajahka überqueren und den mittleren Rapadalen entlang bis ins Sarvesvagge laufen. Das war leider nicht möglich, der Wasserstand war einfach zu hoch und die Strömung zu stark. Wenn das hier so ist, dann brauchen wir es am Sarvesjahake erst gar nicht versuchen über das obere Rapadalen Tal bis Mikkastugan (Nottelefon und eine Sommerbrücke) zu wandern.

Unseren schönsten aber auch stürmischsten Übernachtungsplatz hatten wir hinter dem Alggavagge Pass. Nachdem ich schon mehrfach erlebt habe, wie Zelte durch Windhosen oder Orkanböen weggeflogen sind und der Wind hier schon mächtig tobte, legten wir sicherheitshalber einen Steinkreis um die Zelte. Das ist nichts Mystisches, sondern soll einfach verhindern, dass der Wind unter das Zelt greift und es wegbläst. Das ist natürlich eine körperliche Schinderei, wir brauchten über eine Stunde und haben rund 200 Steine geschleppt. Im Nachhinein betrachtet wäre das nicht nötig gewesen, kaum fertig damit, beruhigte sich der Wind gegen Abend, änderte am Morgen die Richtung und pustete uns dann den Rest vom Tag wieder kräftig entgegen. Aber wer weiß das schon vorher.

Ruhetag am Alggajavrre. Nach langen und anstrengenden Tagen verlangt auch der Körper nach seinem Recht. Wir legen einen Ruhetag ein und finden am westlichen Ende eines türkisfarbenen Sees eine windgeschützte Stelle für unsere Zelte. Ganz windstill war es da natürlich nicht und das war gut so, denn was an Wind hier noch ankam, war genau richtig, um unsere Klamotten zu trocknen und das Feuer in Gang zu halten. Und weil es unser einziger sonniger Tag war, kam auch das Solarpanel wieder zum Einsatz. Trotz windgeschützter Stelle hatten wir unsere Zelte sehr gut abgespannt. Man weiß ja nie. Zum Glück, denn am sehr früh am nächsten Morgen drehte der Wind und versuchte mit aller Kraft uns vom Platz zu fegen.

Neue Regenfronten bauen sich auf und ein Schauer nach dem anderen zieht über uns hinweg – es wird zunehmend ungemütlicher. 200 Höhenmeter über uns fällt der erste Neuschnee in circa 1300 m Höhe.

Unser nächstes Ziel ist das Njoatsosvagge Tal. Bei Sturm, Regen und Graupelschauern überqueren wir den Pass, sind körperlich vollkommen am Ende, und suchen seit Stunden knapp unterhalb der Schneegrenze einen Zeltplatz. Fast alles steht hier unter Wasser und dort, wo kein Wasser ist, gibt es keine ebene Fläche oder es ist einfach zu stürmisch.

Als wir dann doch einen Platz gefunden haben, bauen wir mit letzten Kräften die Zelte auf. Auf ein gemeinsames Abendessen hat keiner mehr Bock. Noch schnell unterm Vorzelt ein Süppchen gekocht und ab in den Schlafsack. Aber wir haben unsere Rechnung ohne Murphy gemacht. Murphys Gesetz sagt (frei übersetzt): wenn es dicke kommt, dann gleich richtig. An Davids Schlafsack verklemmt sich das dünne Pertex Außenmaterial im Reißverschluss. David hat wohl immer noch zu viel Kraft, zieht zu stark am Zipper und ratsch produziert er einen 20 cm langen Riss. Im Nu fliegen die Daunen wie bei Frau Holle im Zelt herum. Wir stopfen so viele wie möglich in den Schlafsack zurück, nähen den Riss mit geflochtener Angelschnur und verkleben die Naht mit Nahtdichtertape.

Auf einen Wintereinbruch im Hochsommer waren wir nicht wirklich vorbereitet. Wir haben wohl warme Sachen dabei, aber für die momentan hier vorherrschenden Witterungsverhältnisse reicht deren Isolierung auf Dauer nicht aus. Daher entscheiden wir uns ein zweites Mal für eine Planänderung. Zu gefährlich wäre die Überquerung der vor uns liegenden Hochebene auf ca. 1200 m Höhe. Momentan haben wir dort tief hängende Wolken und Neuschnee zu erwarten und wir würden dafür mindestens zwei Tage benötigen. Das Risiko wäre einfach zu groß, so entscheiden wir uns schweren Herzens, über den Pass wieder zurückzulaufen und ins Tarradal abzusteigen.

Geht in der Gruppe immer alles harmonisch zu?

Natürlich nicht. Wenn drei Männer vier Wochen auf so engem Raum zusammen sind, geht das nicht ohne Spannungen. Das ist ganz normal, denn die körperlichen Dauerbelastungen fordern ihren Tribut und jeder muss dann eben mal Luft ablassen. Urplötzlich stören Kleinigkeiten, über die man später lachen kann.

Kleine Vorteile, die sich mal der eine, mal der andere verschafft, werden zum Zankapfel. Ein Beispiel: Unterschwellig wird um den besten Übernachtungsplatz gekämpft. Während meistens ich (Achim) den ganzen Tag vorangehe, werde ich, sobald wir in die Nähe eines möglichen Zeltplatzes komme, auf den letzten Metern schnell überholt. Das wurmt einen dann schon, Souveränität hin oder her. Natürlich braucht das größere Hilleberg Kaitum mehr Fläche, aber warum soll ich mich immer mit "The Second Best" zufriedengeben? Auch ich reagiere dann schon mal impulsiv. Miteinander reden ist dann angesagt. Das klappt natürlich nicht immer sofort und manchmal trotten wir auch eine Weile schweigsam vor uns hin und warten, bis einer das Schweigen bricht.

„Raindrops Keep Falling on my Head“

Im strömenden Regen kommen wir bei den Tarraluoppastugorna Cabins an. Dort treffen wir auch Trekker, die den bekannten Padjelantaleden gehen. Nach ein paar Stunden Aufenthalt laufen wir wieder los, im Dauerregen Richtung Süden. Vollkommen durchnässt erreichen wir die Sammerlappenstugan Hütte (eine vom Svenska Turistföreningen bewirtschaftete Hütte für Wandergäste). Dort ist kein Platz mehr für uns, also ziehen wir weiter, auf der Suche nach einem passenden Zeltplatz. In einem Sumpfgebiet nicht ganz einfach. Die Holzdielen, die in den Sümpfen für festen Untergrund sorgen sollen, sind klatschnass und aalglatt. Wir müssen höllisch aufpassen, um auf den in Schrittbreite verlegten Dielen nicht auszurutschen. Zum Glück finden wir schon nach wenigen Hundert Metern von der Hütte entfernt einen geeigneten Platz. Bei sintflutartigem Regen und leicht fröstelnd bauen wir die Zelte auf. Wir haben so gut wie nichts Trockenes mehr. Selbst mein wasserdicht verpackter Daunenschlafsack hat Wasser abgekommen. Kaum zu glauben, der wasserdichte Packsack ist nicht wasserdicht. Durch den heftigen Regen hat sich in meinem Rucksack, trotz Regenhülle, im Bodenfach – dort wo der Schlafsack verstaut ist – fünf Zentimeter hoch Wasser angesammelt. In Zukunft werde ich wohl auch Packsäcke auf Wasserdichtigkeit prüfen.

Trotzdem hatte ich noch Glück, nur das Fußende von meinem Schlafsack und ein T-Shirt wurden nass. Bei so viel Wasser musste auch die hydrophob behandelte Daune meiner Penntüte passen und klumpte. Mit einer Schnur band ich den kurzen nassen Teil ab, so dass ich im nun verkürzten Schlafsack eine warme und trockene Nacht hatte. Ein paar Stunden Sonne am Vormittag reichten dann, um alles wieder trocknen zu bekommen.

Als eingefleischter Angler behielt ich den Fluss neben unserem Lagerplatz immer im Auge. Es könnte ja sein, dass ... Und tatsächlich, versteckt hinter einem Felsen entdeckte ich einen Fisch, der regelmäßig nach Futter an der Oberfläche schnappte. Den muss ich haben, dachte ich und begann den Fisch mit unterschiedlichen Ködern zu locken. Es dauerte unzählige Würfe und viel, viel Ausdauer und dann passierte es, der Fisch konnte den Verlockungen nicht mehr widerstehen und schnappte sich den Joker, meinen kleinen Rapala Bachforellenwobbler. Ich hatte die Königin der Fische, einen wilden Bachsaibling am Haken. Mit 57 cm für mich auch der größte seiner Art bisher.

Den Fisch servierten wir uns teils roh in feinen Streifen, den Rest verzehrten wir zusammen mit einem leckeren Reistopf.

Jetzt sind wir schon 13 Tage in der Wildnis unterwegs. Wenn wir nicht hungern oder Fische fangen wollen, dann reichen unsere Lebensmittel noch für drei Tage. Geplant hatten wir wohl noch über die Njunjes-Brücke auf die andere Flussseite zu gehen und noch ein paar Tage bei den oberen Seen zu angeln. Ob's das jetzt aber noch bringt? An einer Hütte am Padjelantaleden informierten wir uns über die Wetteraussichten für die nächsten Tage. Dauerregen und tief hängende Wolken waren zu erwarten. Wer will schon bei Nebel und Regen und Temperaturen nahe am Gefrierpunkt angeln? Wir nicht und machten uns auf den Rückweg nach Kvikkjokk.

Die restlichen Tage relaxten wir auf dem Campingplatz in Jockkmokk, wo wir auch unser zurückgelassenes Reisegepäck deponiert hatten.

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