Veränderungen

Arbeit beendet, wieder in den Bus gezogen und die Ziele im Visier

Meine persönlichen "Werte" sind für mich seit einigen Jahren zum Leitfaden meines Lebensmodells geworden. Vor etwa sieben Jahren habe ich mich ´- Eckart Tolle sei Dank - mit der Konditionierung meines Seins beschäftigt. Dazu gehören auch die Dinge, welche mir wichtig sind. Seither sind diese ein Leuchtfeuer zur Orientierung, wenn Entscheidungen anstehen.

Wenn ich mich über Umstände immer wieder ärgere oder ich eine Entscheidung für das eine oder das andere zu treffen habe, leiten mich meine Werte und machen eine Entscheidung leichter.

So ging es mir nun auch mal wieder.

 

Was immer der Moment bringt, gib ihm deine ganze Aufmerksamkeit."
Eckhart Tolle

 

In den letzten etwa 10 Tagen habe ich sehr viel gearbeitet. So viel, dass ich in einen inneren Widerstand gegangen bin.

Dies war vor allem Morgens und Vormittags der Fall. Nachmittags bzw. abends nach getaner Arbeit war ich meist wieder sehr ruhig.

So bin ich morgens etwas früher aufgestanden und habe mithilfe mehrerer Meditationen und einer Aufstellung nach den Ursachen dieses inneren Widerstandes gesucht.

Gefunden habe ich:

  • Fremdbestimmung vs. meinem Wert der "Unabhängigkeit" (mein stärkster Wert)
  • Ineffizienz vs. meinem Wert "Effizienz"
  • Mein Wert "Zuverlässigkeit"

Ich habe natürlich viel mehr Werte. Aber diese drei regelmäßig verletzten Werte habe ich hinter meinem täglichen Ärger gefunden.

 

Auf die Fremdbestimmung möchte ich kurz eingehen.

Fremdbestimmung ist, dass ich feste Arbeitszeiten und Tätigkeiten vorgegeben bekomme. Das ist natürlich für die meisten Menschen normal.

Wenn ich meinem Biorhythmus und meinen Bedürfnissen nicht folgen kann, erzeugt dies bei mir Widerstand und Frust.

Für mich ist es der Inbegriff von Lebensqualität, meinem inneren Rhythmus folgen zu können.

Beispiele:

Wenn ich Lust zum Blog schreiben habe, dann möchte ich dies auch sogleich umsetzen. Dann habe ich die Fokussierung, Kreativität und Muse dafür.

Wenn ich gerade tolle Motive zum Fotografieren sehe, dann kann dies nicht warten. Denn die Motive halten oft nur Sekunden oder Minuten an. Auch dann möchte ich dem nachgehen können.

Wenn ich vollkommen erschöpft bin, dann möchte ich mich ausruhen und eine Pause machen.

All dies sind Beispiele, welche ich in den letzten 10 Tagen nicht konnte.

Und weg-schlucken möchte ich das auf Dauer auch nicht (mehr).

Das macht mich krank. Ich spüre das am schlaf und an meiner Haut recht schnell.

 

Dies ist einer der Gründe warum ich gestern (6.12.2020) aufgehört habe für jvt zu arbeiten.

Ich habe in den letzten zehn Tagen kaum noch Zeit gehabt nachzudenken, kreativ zu sein, mich selbst zu verwirklichen und meinen Interessen zu folgen.

Ich musste meine Aufgaben erfüllen, welche mir täglich aufgetragen wurden. Und das tue ich natürlich auch zu 100% , wenn ich dies versprochen habe zu tun. Dies ein weiterer Wert:

Zuverlässigkeit. Ja, das bin ich. Und das fordere ich auch von meinem Gegenüber ein.

 

Meine Ziele im Fokus behalten!

Für die Geschichte "Mein Winter in Lappland" hatte ich mir verschiedene Ziele ausformuliert, welche im Vorfeld bereits fest standen.

  • Mein Schwedisch verbessern
  • Meine Winter-Fähigkeiten verbessern
  • Eisangeln gehen
  • Jemand finden von dem ich Rentiere als Lastentiere bekommen kann.
  • Meine Erlebnisse dokumentieren und meine Geschichte erzählen

 In den letzten Tagen meines durchgehenden Arbeitens, Essens, Schlafens, habe ich meine Ziele vollkommen aus dem Auge verloren. Ich hatte weder Zeit noch Energie zur Verfügung diese umzusetzen. Und die Perspektive nach vorne war keine andere. Daher bestand Handlungsbedarf. Bedarf nach Veränderung.

Mein Ziel war nicht "Leben um zu arbeiten". Dazu ist mir meine Lebenszeit zu schade.

 

Dennoch ist es nicht leicht gewesen.

Selbst in diesem nur vier Wochen hat sich ein neues System gebildet, in welchem ich lebe. Soziale Kontakte, Verpflichtungen und Verantwortung. Hinzu kommt die Gewöhnung.

Mit meiner Arbeit aufzuhören verändert dieses System. Die Position eines Spielers (mir) verändert sich, und dadurch das gesamte System.

Wie wird sich das Verhältnis zu meinen Freunden (Carsten) und Bekannten hier oben verändern? Wie verhält sich mein Arbeitgeber? Bezahlt er meine Rechnung?

Wie wird es weiter gehen? Ja sogar ich stelle mir diese Frage.

 

Das sind die Risiken, welche ich eingehen muss und auch die Konsequenzen, welche ich ggf. zu tragen habe.

Aber jedes Ende hat auch einen neuen Anfang.

 

Mit etwas gewohntem aufzuhören und in etwas Neues, unbekanntes zu starten ist, denke ich, immer sehr schwer.  Deshalb bleiben so viele Menschen bei einem schlechten Arbeitgeber, halten an negativen Freunden fest oder bleiben in einer Partnerschaft oder Ehe, welche bereits lange nicht mehr funktioniert.

 

Eine Dusche, Waschmaschine und Wasser habe ich nun nicht mehr und auch keinen Zugriff mehr darauf. 

Da muss ich schauen wie ich das mache.

Wasser kann ich aus dem Schnee schmelzen. Damit kann ich gleich wertvolle Erfahrungen sammeln.

Waschen mit dem Waschlappen geht auch gut. Nur Wäsche waschen wird interessant, denn so etwas wie einen Waschsalon gibt es hier nicht.

Aber ich werde Lösungen finden. Wie immer!

 

Einige Freunde wollen mich vielleicht noch besuchen kommen. Dafür habe ich nun viel Zeit.

 

Es geht mir wieder mental sehr gut. Ich freue mich auf das was kommt.

 

„Veränderung wird nur hervorgerufen durch aktives Handeln.“

Dalai Lama